Fäden auflösen

WANN LÖSEN SICH DIE FÄDEN NACH DER WEISHEITSZAHN-OP AUF?

Kategorien: Weisheitszahn

Du hast die Zahn-OP oder Weisheitszahnentfernung gut hinter Dich gebracht. Nach ein paar Tagen fühlt sich alles (fast) wieder normal an – bis auf diese Fäden! Das Thema des Fädenziehens beschäftigt viele Patienten.

Einige kommen sogar eine Woche nach der Zahn-OP zum Fädenziehen mit einem leicht mulmigen Gefühl in die Praxis. Aber keine Angst! Jeder, der zuvor so ängstlich war, geht nach dem Fäden ziehen ganz gelöst nach Hause und hat gleich mehrere Vorteile davon.

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Selbstauflösende Fäden – wann bin ich sie endlich los?

Im Internet findet man leider viele Halbwahrheiten, wie zum Beispiel, dass sich die Fäden nach 14 Tagen auflösen. Klar – es gibt natürlich verschiedene Hersteller und unterschiedliche Fadenstärken. Aber das Versprechen, dass sich nach zwei Wochen alles aufgelöst ist, habe ich in meiner zwanzigjährigen Praxis noch nie in der Realität erlebt.

Ich habe mich intensiv mit Unfallchirurgen ausgetauscht. Sie sind tagtäglich damit konfrontiert und müssen oft auch unter der Haut nähen, damit sich die Wunde gut schließt. Natürlich werden in diesem Fall keine Fäden mehr entfernt. Wenn Unfallchirurgen einen Zweiteingriff an der gleichen Wunde durchführen müssen, stellen sie oft fest, dass die Fäden selbst nach vier bis sechs Wochen noch da.

Das Problem daran ist, dass die Fäden in ihrem länger andauernden Auflösungsprozess die komplette Zellabwehr in Gang setzen. Ich bin überzeugt, dass alle unnötigen Fremdkörper im Mund nichts zu suchen haben – abgesehen natürlich von sehr seltenen Fällen bei schwerwiegenden Eingriffen, wo man sinnvollerweise auf selbstauflösende Fäden zurückgreift. In der „normalen“ Zahnentfernung jedoch – und dazu gehört auch eine reguläre Weisheitszahnentfernung – haben diese Art Fäden keinen Mehrwert.

Du möchtest sicher nicht einen ganzen Monat mit den selbstauflösenden Fäden leben, zumal diese scheuern können und sich schwer reinigen lassen. Auf diesen Fäden kann sich nach der Zeit ein richtiger Bakterienteppich bilden, der dann über den Faden in die Wunde gelangt. Dadurch steigt die Gefahr einer Spätinfektion.

Sind selbstauflösende Fäden eine gute Alternative?

Es gibt Zahnärzte, die verwenden auflösbare Fäden. Zumindest hören sich selbstauflösende Fäden wie eine gute Idee an. Aber jedes Mal, wenn sich etwas im Körper oder auch im Mund auflöst, reagiert der Körper mit minimalen Entzündungen. Dies gilt auch heutzutage noch, wo wir Zahnärzte Synthetik-Fäden nutzen. Früher wurden die Fäden zum Beispiel aus Katzen oder Schafsdärmen hergestellt – aber diese Zeiten sind vorbei.

Und trotzdem besteht auch bei synthetischen Fäden ein Infektionsrisiko: Keime können in die Wunde eindringen und Infektionen verursachen. Außerdem kann der Prozess des Auflösens die Mundschleimhaut zusätzlich belasten.

Aus diesen Gründen sind aus meiner zwanzigjährigen Praxiserfahrung selbstauflösende Fäden nicht mehr angemessen.

Nach sieben Tagen ist die erste Wundheilung nach einem Eingriff abgeschlossen und es wird ohnehin eine Kontrolle fällig. Bei der Gelegenheit werden dann die Fäden gleich ohne großen Aufwasch mit entfernt: einfach die Schlinge hochnehmen und an einem Ende durchschneiden. Einfacher und unproblematischer geht es nicht! Der Vorteil: das Ziehen ist völlig schmerzfrei und Du bist die Fäden schon viel früher los!

Außerdem kannst Du dann mit der normalen Mundhygiene starten und hast keine Fäden im Mund, an denen sich Speisereste verfangen könnten. Damit verhindert Du auch mögliche Spätinfektionen.

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